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Friedrich in dieser Saison nur auf Platz zwei: Warum sein Trainer dennoch auf den Gold-Hattrick setzt

Innsbruck (Österreich) – Die Bob-Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen haben ihre eigenen Regeln – ähnlich wie der DFB-Pokal. Besonders Francesco Friedrich (35) kennt diese Gegebenheiten sehr gut. Deshalb zeigt sich sein Trainer Gerd Leopold (67) auch für die Zweier- und Vierer-Rennen auf der Bahn in Cortina (Italien) optimistisch!

Betrachtet man lediglich die Ergebnisse des aktuellen Weltcup-Winters, so ist Friedrich in beiden Disziplinen nicht der Topfavorit. Diese Rolle nimmt formal Johannes Lochner (35, Berchtesgaden) ein.

„Ich habe dennoch keinen Zweifel daran, dass wir zwei Mal Gold gewinnen können“, erklärt Leopold. Er ist überzeugt, dass Friedrich bei den Spielen „zum Tiger wird“.

„Im Jahr 2018 lag er nach dem ersten Tag im Zweier nur auf Platz fünf“, erinnert der Riesaer Goldschmied an Friedrichs ersten von insgesamt vier Olympiasiegen, der am Ende dank der schnellsten Zeit im dritten Lauf gemeinsam mit dem Kanadier Justin Kripps (39) triumphierte.

„Auch bei der Titelverteidigung 2022 wechselten wir nach dem ersten Zweier-Training den Schlitten und sicherten uns anschließend Gold“, ergänzt Leopold. „Olympiasiege sind für Friedrich nie leicht gewesen.“

Die derzeitigen Ergebnisse im Weltcup sind für den 67-Jährigen nachvollziehbar: „Wir haben viel am Material gearbeitet – Schlitten und Kufen wurden getestet.“ Bei den Zweier-Rennen in Sigulda fuhr Friedrich nicht einmal mit dem besten Equipment, da die Gefahr eines Sturzes in Lettland stets sehr hoch ist und der Olympia-Schlitten nicht beschädigt werden sollte.

TAG24 berichtet, dass der Rekordweltmeister eigens für die Bahn in Cortina neue Kufen vom FES (Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Sportgeräte) erhält, die den Schlitten deutlich schneller machen.

Obwohl Lochner ebenfalls über diese Kufen verfügt, hat Friedrich noch einen weiteren Vorteil: Mit Alexander Schüller (28) startet er besonders stark. Zwar liegen die Abstände nur im Bereich von wenigen Hundertstelsekunden – aber gerade drei oder vier Hundertstel können für den Weltmeister am 17. Februar den entscheidenden Unterschied im Kampf um Gold im Zweierbob ausmachen.

Am Ende zählen jede Hundertstel Sekunde und die mentale Stärke. Diese bringt der Sachse mit, weil er bereits jede erdenkliche Situation erlebt hat.